"Der Baum im Garten des Lebens - ein Sinnbild für die Sandspieltherapie in der Epochenwende?"
Vom 25. bis 27. September 2026
in Weimar
Flyer zum Programm (abstracts siehe unten)
Hier gehts zur Anmeldung
Wir leben in einer Zeit großer Umbrüche und Verwerfungen. Viele Gewissheiten, die wir über Jahrzehnte hatten, sind verloren gegangen. Der regelbasierte Umgang zwischen den Völkern und auch in der Wirtschaft musste der Macht des Stärkeren weichen. Mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine ist die Kriegsbedrohung nun mitten in Europa angekommen und riesige Aufrüstungsprogramme werden aufgesetzt. Und auf der anderen Seite des Atlantiks sind inzwischen Beleidigungen, Drohungen und Erpressungen Mittel der Politik geworden, um mit Gewalt die eigenen Interessen durchzusetzen.
In solch verunsichernden Zeiten ist es notwendig, einen festen Stand zu haben und gut geerdet zu sein. Dafür ist der Baum ein starkes Symbol.
Deshalb haben wir das 19. deutschsprachige Sandspielsymposium unter das Motto
Der Baum im Garten des Lebens - ein Sinnbild für die Sandspieltherapie in der Epochenwende? gestellt.
Jung sieht die wichtigsten Bedeutungsaspekte der Baumsymbolik unter anderem in „Wachstum, Leben, Entfaltung der Form in physischer und geistiger Hinsicht, Entwicklung, … [dem] Mutteraspekt (Schutz, Schatten, Dach, Früchte zur Nahrung, Lebensquelle, Festigkeit …)“ (GW 13 § 350).
Im Sandspiel sind über die Symbolik des Baums all diese Aspekte erfahrbar und können nutzbar gemacht werden, um verlorengegangene Sicherheit wiederzugewinnen und neue Hoffnung schöpfen zu können.
Der Baum zeigt sich uns auch noch in einem anderen Kontext. Als „Baum der Erkenntnis“ stellt er die Verführung dar, die zum Faustischen Pakt mit dem Teufel verleitet (Tagungsort ist die Goethe-Stadt Weimar!). Der moderne Mensch will immer mehr: mehr Wissen, mehr Geld, mehr Macht, mehr Sex. Und das auch zum Preis von Kriegen und Zerstörung, von Umweltverschmutzung und Verödung ganzer Landstriche, von Vereinzelung und Vereinsamung der Menschen.
Dies soll aber nicht den Blick auf die Erkenntnis verstellen, die nicht egoistisch ist und nur dem eigenen Nutzen dient, die nicht zur Ausbeutung von Mensch und Natur führt, sondern sich in den Dienst der Gesellschaft und der Menschheit stellt. Solches Wissen brauchen wir, um die derzeitigen Herausforderungen bewältigen zu können. Mit diesem 19. deutschsprachige Sandspielsymposium wollen wir ausloten, welchen Beitrag die Sandspieltherapie dafür leisten kann.
Nähere Informationen zu Inhalten (abstracts):
Samstag 26.9.
9.00-10.00 Uhr Vortrag
Radikale Hoffnung – Wie wir Zeiten dramatischer Veränderungen bewältigen können
Von Ulrich Gwinner
10.30. – 12.00 Uhr Workshops 1/2/3/4
1. „Erwachsen werden ist komisch…“ – Zwischen Angst und Autonomie
Von Dr. Tanja Lenz
2. Erkenntnisse des Buddha unter dem Bodhi Baum: die dritte Wurzel der Sandspieltherapie
Von Alexander von Gontard
3. Der Baum als Symbol der Coniunctio
Von Anna Oberleitner
4. Wenn im Baum die Säfte steigen... Ein Energiefluss in der Beziehung zwischen Patient:in und Therapeut:in
Von Caroline Cottet-Klaus
13.30 – 14.30 Uhr Vortrag
Bewusstsein und Leben. Über die beiden Bäume im Paradies
Von Dr. Jörg Rasche
15.00 – 16.30 Uhr Workshops 5/6/7/8
5. Der andere Oedipus: Sandspiel als Erkenntnis-Möglichkeit an der Schwelle des Bewusstseins
Von Dr. phil. Ruth Noel-Hermann
6. Sich von der Andersartigkeit des Baumes durchdringen lassen, oder der Baum als Realität und Symbol
Von Ulrich Gundermann
7. Der Baum als universales Symbol für menschliches Leben
Von Ulrike Schwarz
Sonntag 27.9.
9.00 – 10.00 Uhr Vortrag
Der «geheime Garten» als Ort der Resilienz
Von Maria Kendler
